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Die positive Wirkung des Lecithins als Fettemulgator
und Stoffwechselaktivator bei Schweinen und Geflügel wurde in wissenschaftlichen
Studien mehrfach untersucht und bestätigt. In der Praxis spiegelt
sich diese Wirkung in einer besseren Leistung und einem niedrigeren Futter- und
Energieaufwand wider. Einmal mehr hat Berg+Schmidt den Lecithineinsatz beim
Ferkel untersucht und neue Erkenntnisse gewonnen, die zu einem besseren Verständnis
insbesondere des Fettstoffwechsels und demzufolge des Fetteinsatzes in
der Ferkelfütterung führen. Der Versuch wurde über einen Zeitraum
von 35 Tagen (vom 29. bis zum 64. Lebenstag) mit insgesamt 60 Absetzferkeln in Einzelbuchten
durchgeführt. Die Versuchstiere wurden in die folgenden vier Gruppen aufgeteilt:
Gruppe A: Kontrolle mit konventionellem Ferkelaufzuchtsfutter
Gruppe B: Ferkelaufzuchtsfutter plus 0,1 % BergaPur
Gruppe C: Ferkelaufzuchtsfutter plus 0,2 % BergaPur
Gruppe D: Ferkelaufzuchtsfutter ohne Ölzulage (Energiedefizit 5 %) plus 0,2 % BergaPur
Der Zusatz von BergaPur im Ferkelaufzuchtsfutter zeigte in diesem Versuch eine dosisabhängige
wachstumsfördernde Wirkung, wie sie Abb. 1 zusammenfasst. Dabei war die positive Wirkung bei
0,2-prozentigem Einsatz von BergaPur in der Versuchsgruppe C mit einer verbesserten täglichen
Lebendmassezunahme um relativ vier Prozent und einem verminderten Futteraufwand
um drei Prozent gegenüber der Kontrollgruppe am deutlichsten ausgeprägt. Der
signifikant geringere Energieaufwand um relativ acht Prozent in der Versuchsgruppe
D ist futterökonomisch bedeutsam und weist auf eine intermediäre Wirkung des
Lecithinzusatzes hin.
Abb. 1: Einfluss von BergaPur auf die Aufzuchtsleistung beim Ferkel
Leberstoffwechsel wird entlastet
Denkbar ist eine unterstützende Wirkung
der Transport-Lipoproteine VLDL (Very Low
Density Lipoprotein) und seiner Metabolite,
vor allem LDL (Low Density Lipoprotein)
im Rahmen des Lipid- bzw. Energiestoffwechsels.
Lecithinhaltige VLDL transportieren
Triglyceride und Cholesterin aus der
Leber in das extrahepatische Gewebe und
können vor allem bei gleichzeitiger Konkurrenz
mit anderen Geweben um Methionin
und Cholin, die als so genannte „Leberfaktoren“
gelten, den Leberstoffwechsel
entlasten. Dadurch wird der gefürchteten
Fettleber vorgebeugt. HDL (genauer HDL3)
nehmen Cholesterin unter Vermittlung des
Enzyms Lecithin-Cholesterin-Acyltransferase
aus den Geweben sowie von anderen
Lipoproteinen auf und führen es zum endgültigen
Abbau in die Leber zurück.
Fazit
In der Zulagegruppe von 2 kg BergaPur
auf 1 000 kg Alleinfutter (Gruppe C) ergibt
sich bei einem angenommenen
Ferkelpreis von 2 € je kg ein Extragewinn
von bis zu 1 € pro Ferkel. In der energiereduzierten
Versuchsgruppe D ohne
Ölzulage konnte BergaPur das Energiedefizit
vollständig kompensieren und
zusätzlich einen Extragewinn von bis zu
0,60 € pro Ferkel erzielen, ohne dabei
den Gesundheitszustand der Tiere oder
deren Wachstumsverlauf besonders in
den ersten Tagen zu beeinträchtigen.
Zudem darf eine verbesserte Schlachtkörperqualität
zugunsten des Magerfleischanteils
angenommen werden. In
weiteren Versuchen werden wir dieser
Fragestellung nachgehen.
Das genetische Wachstumspotenzial
unserer Leistungstiere ist erwiesenermaßen
noch nicht ausgeschöpft. Dies
zu nutzen, bedarf neuer Wege, ohne
dass jedoch das Tier in seiner Gesundheit
beeinträchtigt wird.
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