Verdaulichkeit verbessern
In der Tierernährung werden Lecithine als
Emulgatoren verwendet. Dort erhöhen sie die Verdaulichkeit der Futterfette und der
fettlöslichen Vitamine. Zur Anwendung kommen hierbei die aus Pflanzenfett – z.B.
aus Sojaöl – direkt gewonnenen „Rohlecithine“ sowie die durch Entölung mittels
Extraktion hergestellten „Reinlecithine“. „Rohlecithine“ sind mit einem Ölanteil
von 35 bis 40 % in ihrer Konsistenz noch recht zähflüssig. Demgegenüber liegt
„Reinlecithin“ – mit einem sehr hohen Anteil an Phospholipiden (mind. 95 %)
– als entöltes Lecithin bereits in Pulverform vor. Aufgrund seiner konzentrierteren
Form gefällt es durch eine besondere Wirksamkeit. Dies wird in zahlreichen wissenschaftlichen
Studien dokumentiert.
Flüssig oder als Pulver
Reinlecithin stellt die wirtschaftlichste Dosierungsform im Futter dar. Das flüssige
Rohlecithin bietet sich dagegen vor allem als Grundlage zur Herstellung weiterer
Lecithinpulver an. Diese Pulver werden auf Basis verschiedener Trägersubstanzen
für unterschiedliche technische Anwendungen hergestellt. In dieser Konsistenz
sind sie leichter zu transportieren und zu dosieren. Der Phospholipidanteil senkt
sich dabei technikbedingt auf bis zu ein Drittel ab.
Der chemische Hintergrund
Chemisch gesehen gehören Lecithine zu den Phospholipiden mit den metabolisch wichtigen Stoffgruppen. Hierzu
zählen u.a. Phosphorsäure, Glycerin, Cholin, Inosit sowie auch ungesättigte Fettsäuren wie die Linol- und die Linolensäure. Ihr Kennzeichen
ist der typische Aufbau mit einer hydrophilen oder polaren Gruppe und einer hydrophoben oder unpolaren Gruppe.
Zur ersteren gehören Cholin, Inosit, Glycerin und Phosphorsäure, zur letzteren
zählen ungesättigte Fettsäuren. Aufgrund dieses polaren Aufbaues sind Lecithine
ausgezeichnete Emulgatoren, die sich zur Stabilisierung sowohl von Fett-in-Wasser-
als auch von Wasser-in-Fett-Emulsionen eignen.
Vielseitige Wirkungen
Die Wirkung von Lecithin berührt sowohl physikalisch-technische als auch biochemisch-
physiologische Bereiche. Die physikalisch-technischen Wirkungen lassen sich mit den Begriffen
Emulgator, Dispergiermittel, Trennmittel und Wasserbindung Wirksamkeit. Dies wird in zahlreichen
wissenschaftlichen umreißen. Die physiologischen Effekte betreffen den Stoffwechsel von Lipoproteinen,
Phospholipiden, Triglyceriden und von Cholesterin mit verschiedenen Dichtegraden (HDL, LDL, VLDL) für
den intermediären Fetttransport. Als Beimischung zum Schweinemastfutter überzeugt Lecithin durch eine
wesentlich bessere Fettverwertung und somit eine bessere Mastleistung. Doch nicht nur die Schweineproduktion
profitiert von der Verwendung von Lecithin. In Milchaustauschern verbessert Lecithin die Fütterungsergebnisse
bei Kälbern und Ferkeln. Auch in der Fisch- und Broilermast werden mit Lecithin gute Erfolge erzielt.


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